Keine Informationen = Keine Probleme
17. November 2008
Um Geschwindigkeitsmessungen überprüfen zu können, benötigt die Verteidigung die so genannte “Lebensakte” des Messgerätes. Damit konnte man überprüfen, ob das Gerät störungsanfällig war und ob eventuell nach einer Reparatur eine Nacheichung hätte stattfinden müssen. Leider werden seit einiger Zeit immer weniger “Lebensakten” geführt. Der Zentraldienst der Polizei des Landes Brandenburg erklärt auch warum:
“Die bisherige Auskunftserteilung wurde als geeignetes Mittel zur Verwirklichung des Offenheitsprinzips im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit gegenüber allen Verfahrensbeteiligten gesehen. Jedoch wurde unsere eigene Akte immer mehr dazu verwendet, auf Grund der Anzahl der Reparaturen und Eichungen den Messgeräten Fehlfunktionen zu unterstellen. Das Ziel unserer Aktenführung jedoch war es eine Übersicht über die angefallenen Betriebs- und Instandsetzungskosten zu gewinnen und diese Informationen für organisatorische und betriebswirtschaftliche Zwecke zu verwenden.”
Und so führt man nun dort keine Akten mehr. Die führten wohl einfach zu oft dazu, dass Fehler nachgewiesen wurden. Und eigene Fehler aufzudecken ist wohl nicht im Interesse der Polizei.


2 Kommentare zu “Keine Informationen = Keine Probleme”
01
Gute Idee. Sollte man öfter machen. Zum Beispiel mit dem Vorstrafenverzeichnis, oder in Flensburg.
02
Die Lebensakte als solche gibt es eigentlich nicht. Aber dennoch sollten die Behörden in der Lage sein, recherchieren zu können, wann und wo ein Gerät repariert wurde.