Der U-Turn des Taxifahrers

4. September 2007

Auf der Holzmarktstraße in Friedrichshain kam es heute früh zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen einem vollbesetzten Taxi und einem Pkw “Audi”.

Der 44-jährige Berliner Taxifahrer nahm gegen 4 Uhr 40 drei Fahrgäste auf, die am rechten Fahrbahnrand warteten. Als er mit seinen Insassen in Richtung Alexanderplatz wenden wollte, prallte der “Audi” gegen die Fahrerseite des Taxis.

Bei dem Aufprall wurden alle drei Fahrgäste, zwei 25 und 29 Jahre alte Männer und eine 25-jährige Frau, sowie der Taxifahrer schwer verletzt. Die Feuerwehr reanimierte einen der 25-Jährigen noch am Unfallort, der jedoch weiterhin in Lebensgefahr schwebt.

Quelle: Pressemitteilung der Polizei Berlin

Eine recht typische Unfallkonstellation: Die Fahrgäste wollen – teilweise plötzlich und unerwartet – in eine andere Richtung, der Taxifahrer reagiert sofort, allerdings ohne an die anderen Verkehrsteilnehmer zu denken. Die Farbe “Taxi hell elfenbei” sollte für diese einen Warnreflex auslösen.

Der oben berichtete Fall geht allerdings noch weiter:

Der Fahrer und der Beifahrer des “Audi” flüchteten zu Fuß vom Unfallort. Die Fahndung nach den beiden läuft.

Eigentlich hätte für die beiden kein Grund bestanden, den Unfallort unerlaubt zu verlassen:

Beim Wenden muß sich der Fahrzeugführer so verhalten, daß eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls hat er sich einweisen zu lassen.

So fordert es § 9 Absatz 5 StVO. Dadurch, daß es hier bei Wenden zum Unfall kam, ist der Anschein gesetzt, daß der Droschkentreiber gegen diese Pflicht verstoßen hat. Warum die Besatzung des Audi gleichwohl das Weite gesucht hat, bleibt den Spekulationen der Strafverfolger überlassen.

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